Beziehungen zwischen Geologie, Geomorphologie, Klima und den ersten Ni
| Beziehungen zwischen Geologie, Geomorphologie, Klima und den ersten Niltal-Kulturen Referent: Dr. Anselm Kühl, TU Bergakademie Freiberg Die Besiedlung des heutigen Sudan und Ägyptens folgte dem Rhythmus der regelmäßigen Klimaschwankungen im Quartär. Diese ereigneten sich in einem Zyklus der sich abwechselnden Glaziale und Interglaziale mit jeweiligen Zeitdauern von 80.000 bis 100.000 Jahren. Die davon abhängigen, variierenden Positionen der Polarfronten und der Innertropischen Konvergenz-Zone nördlich und südlich von Äquatorial-Afrika sowie die glazieustatischen Meeresspiegelschwankungen diktierten Form, Verlauf, Wasserführung und die Sedimente des Nils sowie die geomorphologische Ausprägung des Niltals. Darüber hinaus beeinflußten sie die humiden (pluvialen) und ariden Perioden Nordafrikas auf unterschiedlichen zeitlichen Skalen-Niveaus entscheidend. Im Vortrag werden die naturräumlichen Ein- heiten des Nils vom Quellbereich bis zum Delta mit historischen Bildern erläutert. Die geologisch-tektonische Situation NE-Afrikas wird hinsichtlich ihres Einflusses auf die kä- nozoische Entwicklung des Niltals kurz erläu- tert. Das Zusammenspiel der komplexen Prozesse von Geologie und Klima-Variationen auf die Entwicklungsphasen des Niltals im Pliozän, Pleistozän und Holozän wird detaillierter beschrieben, um den Zusammenhang mit der alt- bis jungsteinzeitlichen Besiedlung des Niltal und des Nildeltas herzustellen. Die verstreuten und teilweise widersprüchlichen archäologischen Informationen zu den zahlreichen Kulturstufen werden auf der Grundlage von teilweise lückenhaften Funden in Tabellen zusammengefaßt, wichtige Sachzeugen vorgestellt und diese mit sedimentologischen Befunden und absoluten Altersangaben korreliert. Der Übergang von den Jäger-Nomaden zu seßhaften Ackerbauern und Viehzüchtern und die damit verbundene (mesolithische) Revolution mit ihrer sozialökonomischen Differenzierung während der ersten Staatenbildungen mit streng hierarchischen Strukturen werden besonders herausgearbeitet. Die Folgen der Differenzierung zwischen den verbleibenden Nomaden der Wüste und den ersten Hochkulturen im Niltal wirken sich in ihren unterschiedlichen sozialen Verhaltensnormen bis heute aus. Eintritt: 2 Euro pro Person / Jahreskarteninhaber und Vereinsmitglieder frei Museum der Westlausitz / Elementarium, Pulsnitzer Str.16, 01917 Kamenz Telefon: 03578-7 88 30, Fax: 03578-7 88 32 71 |
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